Maroon

Maroon

Zunächst die faktischen Daten ...

System: Phi Cancri II bzw. Kankr Plej

umkreist den Gasriesen Slaathi

hat 2 winzige und 5 kleine Monde (wahrscheinlich Bruchstücke) und einen schwachen Planetenring aus kristallinen Staub

Spektralklassen Alpha, Beta: A3 und A6
Orbitaldaten:
Distanz Slaathi <-> Kankr Plej Alpha: 5,8 AE
siderische Rotation: 2945 Tage (bzw. 8 Jahre und 25 Tage)
Rotationsperiode: 17,2h
Exzentrik: 0,03
Bahnneigung: 1,1°
Achsneigung: 7°
Masse: 0,001 m(Sol)
äquatorialdurchmesser: ~148.000km
Dichte: ~1,2 g/ccm
Oberflächenbeschleunigung: 24,8 m/ss
Distanz Maroon <-> Slaathi: 0,12 AE
siderische Rotation: 480 Tage
Rotationsperiode: ~35h
Exzentrik: 0,2
Bahnneigung: 11°
Achsneigung: 17°
äquatorialdurchmesser: 29457km
Dichte: 2,4 g/ccm
Oberflächenbeschleunigung: 9,8799 m/ss
Temperaturen: -88°C bis +76°C (im effektiven Mittel 20 bis 55°C)
Alter: ca 10 bis 11 Milliarden Jahre

Der geringen Dichte des Planeten ist es zu verdanken, daß er trotz 5-facher Masse immer noch eine beinahe dem Standard entsprechende Schwerkraft hat. Die geringe Dichte liegt an der Zusammensetzung, in der kaum schwere Elemente als Sauerstoff vorkommen. Maroon ist weit älter, als sein Sonnensystem. Tatsächlich ist Maroon älter als so ziemlich jeder andere Planet. Er entstand etwa in der dritten Generation (die Erde zB gehört etwa zur 10. Generation) und hat mehrere Sternexplosionen überlebt. Derzeit gastiert er also im Kankr-System und wird wohl auch dessen Ende überleben..

Ohne schwere Elemente lohnt sich auf Maroon praktisch keine Industrie oder Bergbau. Der geringe Anteil Eisen enthält einen Teil Isotopenverunreinigung, die das Metall schwach radioaktiv machen und dafür sorgen, daß es schneller degradiert. Es ist also für industrielle Zwecke praktisch wertlos.

Die Alternative, Agrarwirtschaft, ist auch keine Option, denn Maroon besitzt nur wenig Wasser und die Atmosphäre ist fast frei von Nukleogenen, die zur Regenbildung nötig wären. Die hohen Temperaturen durch die heißen Sterne und Slaathi machen einen Anbau von Pflanzen sehr schwierig. Immer mal wieder versucht man, an den hypothetischen Kern der Welt heranzukommen, von dem man sich viele Märchen erzählt. Maroon besitzt nämlich entgegen aller Physik und Wahrscheinlichkeit ein starkes, äußerst stabiles Magnetfeld. An der Oberfläche benötigt man keine Strahlenschutzausrüstung. Die Belastung ist geringer, als auf vielen anderen bewohnten Welten. Den Grund dafür würde man gerne erfahrnen - und nutzbar machen.

Ansonsten besteht Maroon aber in der Hauptsache aus Staub, Hitze und übler Laune.

Seit dem rätselhaften Verschwinden des Kellarite-Imperiums bemühen sich verschiedene Fraktionen der Region, Frieden und Ordnung aufrecht zu halten, so auch auf Maroon. Die Einheimischen halten davon nicht allzuviel und verlassen sich lieber auf eigene Methoden. Maroon ist daher ein nicht ungefährliches Pflaster, wo praktisch jeder mindestens eine Waffe trägt. Vorherrschend hier sind in politischer Sicht die "Remnants of the Empire" - die schon im Namen den Begriff 'Zurückgeblieben' tragen. Weit einflußreicher sind verschiedene Kartelle und Syndikate. In der näheren Umgebung gilt Maroon als einigermaßen gesetzlos und ohne strategischen Wert. Man kann so also ziemlich sicher sein, bei seinen Unternehmungen von keiner Möchtegern-Autorität gestört zu werden. Der Planet ist außerdem so groß, daß man hier problemlos ganze Städte verstecken kann.

Exemplarisch kann man an Maroon sehen, in welchem Zustand sich die Galaxis befindet. Für eine unbestimmbar lange Zeit waren die Kellarite die Big Cat on the Pile. Jede aufstrebende Zivilisation wurde von ihnen zu ihrem interstellaren Debüt besucht und vor die Wahl gestellt: mitmachen oder in der Ecke stehen. Da die Kellarite die ersten waren (so scheint's jedenfalls) und schon etliche Zivs eingebürgert hatten, hieße das für jede junge Zivilisation unweigerlich eine Isolation gegen eine florierende, immens große und leistungsfähige galaktische Gesellschaft abzuwägen. Kaum jemand hat da nein gesagt. So haben die Kellarite ein galaxisumspannendes Netz geschaffen, in dem jedes Volk sich frei entfalten konnte (anscheinend). Mit dem Anschluß hatte man Zugriff auf Wissen, Know-How und fertiger Technologie, derer man sich bedienen konnte. Natürlich waren auch hier manche Völker erfolgreicher, als andere, meist war das aber folgenlos solange die Kellarite das Ruder in der Hand hielten.

Nach ihrem Verschwinden hält nichts mehr die Ordnung aufrecht und das galaktische Konstrukt zerfällt. Es handelt sich also sozusagen um post-apokalyptische SF (und hat damit durchaus Ähnlichkeit mit Damokles, sry Nemedon). Ohne eine echte, übergeordnete Instanz ist jegliche Ordnung entweder nur Oberflächlich oder örtlich recht begrenzt. Dem gegenüber steht die Tatsache, daß Infrastruktur, technologische Normen und Organisation über sehr weite Strecken voll kompatibel sind. Man kann also problemlos Schwierigkeiten mit ordnenden Kräften aus dem Wege gehen, ohne irgendwelche Kapazitäten einzubüßen. Die Polizeigewalt reicht in einem System vielleicht nur bis zu seiner Grenze. Zwei Systeme weiter findet man aber praktisch die selben technischen Bedingungen und sehr ähnliche gesellschaftliche vor, was hindert einen also daran, hierher auszuweichen?

Reist man von Welt zu Welt, von System zu System, verändert sich vieles nur im Detail, nicht im Grundsatz.

Maroon ist hier sehr signifikant. Hier hat sich nie eine durchgreifende Gerichtsbarkeit und Verwaltung etabliert, was nach dem Zusammenbruch noch verschärft galt. Technisch steht man hier auf recht hohem Niveau, dennoch herrschen hier Zustände wie im Grenzgebiet des Wild West - Pionierzeit. Dein Recht ist, was du zu verteidigen bereit bist. Oder in der Lage. Oder was du verteidigen lassen kannst. Und hier geht das ganze Elend los. Eigentlich ist Gemeinschaft etwas positives und hilft dem Einzelnen. Ohne Normen oder Notwendigkeit sich zu rechtfertigen oder zu verantworten, spielt dies jenen in die Hände, die mehr Leute für sich bewegen können. Doch auch deren Einfluß erstreckt sich nur so weit, wie ihr Vermögen reicht.

Wer lebt auf Maroon?
Ein quasi repränsentativer Querschnitt des Bereichs der Galaxis. Ein großer Anteil der Bevölkerung sind die 'üblichen Verdächtigen', also jene, die man ohnehin fast überall antrifft. Da es noch keinen prominenten Spezieskatalog gibt, kann man sich das ganze als ziemlich bunte Mischung der Holliwood-Menagerie vorstellen und kommt dem Eindruck recht nahe. Natürlich gibt es sehr viele menschliche, menschengleiche und menschenähnliche Typen - was auch für den Rest der Galaxis gilt. Exoten wie laufende Bäume, geflügelte Orbs, Insektenwesen und Polys sind auch vertreten. Ich baue gerade einen langsam wachsenden Katalog auf, über den ich auch noch sprechen werde.

Was isst man hier?
Maroon ist ungünstig für konventionelle Landwirtschaft, daher geht man unkonventionelle Wege. Oder man importiert halt alles nötige. In größeren Siedlungen wird gut 80% der Nahrung importiert. Wer es sich leisten kann, kauft 'echtes' Essen von außerhalb. Der Bodensatz begnügt sich mit dem, was man auf Maroon bekommt.
Es gibt Feuchtfarmen, welche die geringe Luftfeuchtigkeit nutzen, um Wasser zu gewinnen, mit dem man unterirdische Felder bewässert. Das Sonnenlicht wird durch semitransparente Kuppeln gefiltert. Hier baut man Scruffies, Gurkos und Sienawurzeln an, neben weniger beliebte Pflanzen, die meist als Tierfutter herhalten, aber auch ein paar Obstsorten und zwei Pflanzen, die nirgends in der Milchstraße fehlen dürfen (NEIN! KEIN TABAK!): Cavva (=Kaffee) und Té (=Tee).
Scruffies ähneln Kartoffeln, sind nur etwas größer und holziger. Dafür gibt es sie von süßlich bis würzig. Gurkos sind längliche, oberirdisch wachsende Knollen, die sehr viel Wasser speichern, eine Mischung aus Kakteen und Gurken. Sienawurzeln schmecken recht bitter, man kann aber fast alles an der Pflanze verwerten: die Wurzeln, die Rinde, die Blätter, selbst die Blüten, die ein potentes Färbemittel in verschiedensten Rottönen ergibt. Es gibt auch eine Art Mais als Tierfutter.
Eine weitere Agrartechnik sind Dunkelfarmen, die in unterirdischen Höhlen allerlei Pilze und Flechten anbauen und Tiere halten: Sandwürmer, Höhlenratten und Felsasseln. Als Grundlage dient die Luftfeuchtigkeit der Höhlenluft (oft künstlich angereichert) und Dünger - in der Regel organischer Abfall bis hin zu Leichen. Die Arbeit hier ist nicht ganz ungefährlich und auch nicht angesehen.
Nahe der Polarregionen wird es sowohl kühler, als auch feuchter. Hier kann man einigermaßen konventionelle Landwirtschaft betreiben. Am Südpol gibt es weite Felder zäher Gräser und Flechten, die auf dem zunehmend felsigen Boden wachsen und von Herden maroonscher Rinder und Schafen abgeweidet werden. Der Nordpol ist tatsächlich ein wenig bewaldet, auch wenn die Bäume selten höher als zwei Meter werden. Hier werden Plantagen und Felder angelegt, die allerdings regelmäßig bewässert werden müssen. Das wiederum bringt eine Vielzahl Wasserdiebe auf den Plan, ein ständiges Problem der Landwirtschaft. Zudem ist der Platz begrenzt, denn die Zone zwischen unfruchtbarer Wüste und zu kargem Frostboden ist schmal.
Ansonsten hat die Abhängigkeit von Nahrungslieferungen natürlich für eine regelrechte Food-Mafia gesorgt.

Echte einheimische Lebensformen dürfte es eigentlich nicht geben. Das Sonnensystem ist keine Milliarde Jahre alt, viel zu jung, um eigenes, höheres Leben zu entwickeln. Maroon selbst ist jedoch ein Wanderer, der schon seit laaaaaaaaaaanger Zeit seine Bahnen zieht. Die heutigen Bewohner haben hier ein paar Lebensformen vorgefunden: Würmer, Sanddrachen und Landwale - von allen auch jeweils große und kleine Unterarten. Die größten Würmer sind 10 bis 12 Meter dick und bis zu 80 Meter lang. Landwale können auch sehr groß werden und einge davon sind recht gefährliche Räuber, die Würmer und auch Menschen angreifen. Am gefährlichsten sind allerdings die Drachen. Die sind allesamt Jäger, die sich von Würmern und Walen (und allem anderen) ernähren. Sie werden zwar selten wirklich groß, aber auch kleinere sind gefährlich. Ihre Haut ist zäh und widerstandsfähig, sie sind schnell, stark und haben scharfe Klauen, die selbst weichere Metalle beschädigen können. Drache ist übrigens etwas irreführend, sie ähneln eher Insekten. Aber auch Würmer sind nicht harmlos. Fühlen sie sich bedroht, können sie ziemlich aggressiv werden und entwickeln enorme Kräfte. So manche Erntemaschine ist schon von Würmern zerschmettert worden.
Richtig erforscht ist Maroon eigentlich nicht. Hier lebt zumeist gesellschaftlicher Bodensatz, der wenig Interesse an Forschung und Wissen hat. Man kann sich daher einigermaßen sicher sein, auf Überraschungen treffen zu können.

Was den Einfluß einzelner, reicher angeht, das bezog sich mehr auf die Galaxis, gilt aber natürlich auch für Maroon - sogar sehr. Natürlich entwickeln sich unter den maroonschen Bedingungen schnell Banden und Kartelle/Syndikate. Die Konkurrenz untereinander sorgt zumeist dazu, daß die Kartelle nicht zu groß werden. Machtkämpfe sind normal und werden - auf Maroon - recht offen ausgetragen, die Bewohner tragen es mit stoischer Gelassenheit.

Was den Kern und seine märchenhaften Kräfte angeht, manchmal starten Unternehmungen, das zu untersuchen oder zu erreichen. Bislang scheitern die jedoch frühzeitig, entweder wegen technischer Schwierigkeiten oder aufgrund von Plünderern. Selbst theoretisch stellt der Kern ein Problem dar. Er muß mittlerweile kalt und erstarrt sein, besitzt sicherlich keine schweren Elemente und muß dennoch ein enormes Magnetfeld erzeugen.

Ich sag mal so:
Es gibt einen Grund, warum Maroon die Supernova seines ursprünglichen Sterns überstanden hat, ohne selbst zerstört worden zu sein. Und in EE hängt eigentlich alles mit Geist zusammen. Aber wie? :lol:

Nachtrag:
Auf Maroon findet man im Sand vergraben an vielen Stellen Hinterlassenschaften früherer Kulturen, manche kompatibel mit der kellariten Technologie und Gesellschaft, andere völlig fremd. Daher kommen manchmal archäologische Expeditionen nach Maroon, um diese zu untersuchen. Das gestaltet sich aber oft schwierig aufgrund von Plünderern, einheimischer Fauna und/oder dem Wetter. Den meisten Forschern gehen früher oder später die Gelder oder Assistenten aus und sie geben auf.