Endless Empire

Ein altes druíacchi Sprichwort besagt, wenn du etwas erreichen möchtest, benötigst du nur genügend Energie. In welchem Verhältnis die Druíacchi zu den Kellarite, jenen enigmatischen Meistern der Galaxie standen, ist nicht überliefert. Seien sie nun die klugen Architekten und Konstrukteure, als die sie sich sehen, oder nur schlichte Schmiede und Handwerker, sie verstanden sich jedenfalls ausgezeichnet darauf, die Grundsätze und das Potential der Meister in funktionierende Maschinerie umzusetzen. Das tun sie noch Heute, da die Kellarite samt und sonders verschwunden sind und ihre Galaxis in Chaos und Ruin zurückließen.

Denn bezeichnend für das 'Endless Empire' der Kellarite ist vor allem eins: es endete. Und zwar endete es nicht einfach so, es geschah von einem Moment auf den anderen, galaxisweit und in einem unbeschreiblichen Kataklysmus, der die Galaxis für immer tiefgreifend veränderte.

Einst waren sie der ordnende Einfluß, die eiserne Faust, die alles und jeden zu Frieden und Struktur zwang - naja, Frieden in so weit, wie es den Kellarite gerade in den Plan passte - den außer ihnen wohl nioemals jemand je verstanden hat oder wird.

Die Kellarite beherrschten die Disziplin des Geistes in nie dagewesenen Umfang und sie setzen ihre Überlegenheit skrupellos und ohne jedes Mitgefühl ein. Alles und jeder wurde ihrer Ordnung unterworfen oder gnadenlos isoliert. Wer sich ihnen unterwarf wurde belohnt: mit umfangreichen Zugang zu Wissen und Technologie, welche die Kellarite nie müde wurden als 'final', 'endgültig' und 'allumfassend' darzustellen. Indem sie ihren unterlegenen 'Bonds' Zugriff auf angeblich und anscheinend erschöpfendes Wissen und vollkommene Technologie gewährten, unterbanden sie jegliche unabhjängige Entwicklung jenseits der Pfade, die sie zu beherrschen in der Lage waren. Gleichzeitig verhinderten sie sorgfältig jegliche Forschung und Entwicklung im Bereich des Psi, der geistigen Energie.

Jegliches psionische Potential wurde sofort gründlich studiert, analysiert und im Sinne der Kellarite eingesetzt und kontrolliert. Denn, obgleich jede Partei mit psionischer Macht eine nicht tolerierbare Konkurrenz darstellte, so sehr brauchten Kellarite eine wachsende Zahl ihnen höriger, psionisch begabter Untergebene. Mit jedem neuen psionischen Dienervolk stieg ihre eigene Macht, umso mehr, je mächtiger dieser Diener war. Beherrschte eines ihrer Dienervölker kulturell ein schwächeres, steigerte dies dessen Macht, was wiederum jene der Kellarite vergößerte. So schufen die Kellarite ein galaxisweites System komplexer Hierarchien, jenes Endless Empire. Nach dem Willen seiner Herrscher sollte es Bestand haben auf alle Ewigkeit, sogar jenseits der Zeit. Immer trachteten die Kellarite nach zwei Dingen: die Stabilität und Festigkeit ihres Imperiums zu stärken und gleichzeitig seine Macht zu mehren.

Dies fand dann ein jähes Ende. In einer einzigen Nacht, vielleicht auch nur einer einzigen Stunden verschwanden die Kellarite aus dem Universum - plötzlich und gewaltsam, wie es scheint. Dies schuf nicht nur ein kulturelles Vakuum, auch viel von der segenreichen Technologie, die sie ihren Bonds zur Verfügiug gestellt hatten, basierte auf den Kellariten und ihrer psionischen Energie, auch, wenn das unbekannt war und mit allerlei wissenschaftlichen Theorien und Halbwahrheiten kaschiert worden war. Die galaktische Hierarchie, der komplexe, interstellare Organismus war augenblicklich seines Rückrads, Nervenzentrums und Lebenskraft beraubt. Völker und Kulturen, die in das psionische Netz ihrer Herren eingespannt waren, wurden härter getroffen, psionisch unbegabte, latente oder inerte litten lediglich an den sekundären Auswirkungen, doch auch die waren vernichtend. es bedurfte sehr viel Zeit, sich aus dieser dunklen Zeit zu erheben.

Da der Kataklysmus psionischer Natur war und der Geist über Zeit und Raum gebietet, ergab sich ein eigentümlicher Umstand: die Katastrophe war nicht in allen Teilen der Galaxis gleich lange her. Heute gibt es Zonen, in denen das Verschwinden der Kellarite einige Jahrhunderte zurückliegt, in anderen waren es Jahrtausende, wieder andere haben erst kurze Zeit seitdem zurückgelegt. Außerdem war der Einfgluß der Kellarite nicht in allen Teilen der Galaxis gleich konkret und umfassend. Alles hängt vom Grad ihrer Einmischung zum Zeitpunkt ihres Verschwindens ab.

Hieraus ergibt sich bereits eine grobe Struktur, die Galaxis ist im wesentlichen unterteilt in Quadranten, in denen diee Einflüssen größtenteils konstant und homogen sind. Bisher habe ich vier Quadranten identifiziert, es ist aber noch offen, ob sich diese Zahl später noch erhöht.

Mit diesem Verschwinden ist aber auch eine Barriere verschwunden, welche die Entwicklung psionischer Kräfte gelenkt und kontrolliert hat. Die Kräfte sind heute neu verteilt, aber auf jeden Fall deutlich geringer als in der Ära der Kellarite. Mit dem Erwachen psionischer Macht fangen auch die alten Maschinen wieder an, besser (oder überhaupt) zu funktionieren. Allenthalben wird dies natürlich wieder mit den althergebrachten wissenschaftlichen Schemata erklärt, die oft mehr schlecht als recht passen. Da man jedoch nur schwer von bereits etablierten Denkweisen läßt, bleiben diese 'Wahrheiten' allgemein gültig.

Allgemein nimmt man an, das Universum funktioniert im Wesentlichen so, wie wir es uns erklären: rein physikalisch. Tatsächlich aber sind diese physikalischen Gesetzmäßigkeiten lediglich das Frontend der darunter zugrundeliegenden psionischen Tatsachen. Nichts desto trotzt funktionieren diese 'normalen' Theorien größtenteils, also kann es den meisten im Alltag ziemlich egal sein. Jedoch jenen, welche die wahren Zusammenhänge begreifen, erschließen sich grenzenlose Möglichkeiten.

Dadurch, daß zu einem Zeitpunkt die gesamte Galaxis unter der Kontrolle der Kellarite stand und sich diese nicht opberflächlich, sondern in den meisten Fällen umfassend in alle Belange eingemischt haben, weisen die heutigen Kulturen des EE eine gewissen Gleichförmigkeit auf. Auf eine so gesehen verständliche Weise, besitzen die Kulturen in allen Bereichen, die potentiell andere Kulturen berühren (Sprache, Wirtschaft, Technologie etc), frappierende Ähnlichkeiten auf. Den Kulturen kommt dies in keiner Weise eigentümlich vor, denn erstens war und ist es immer so, andererseits sind sie es schon aus der Vergangeheit so gewohnt und kennen es nicht anderes. Zudem fehlen ihnen grundlegende eigene kulturelle Identitäten. Alle haben sich zwar eigenständig nach dem Zusammenbruch erholt und die interstellare Stufe wieder erreicht, aber es gab für keinen eine spezifische Vergangenheit, mit der sie sich identifizieren könnten, nur die Wahrheiten, die ihnen die Kellarite gelassen hatten.

Es ist für eine Zivilisation des Endless Empire also vollkommen unverdächtig, in ein fremdes Sternensystem zu reisen und dort angehörige der eigenen Rasse (wenn auch vielleicht etwas verändert) anzutreffen. Dies trifft insbesondere auf die Menschen zu, die hier 'Hominis' genannt werden. Die verschiedenen Völker der Hominis waren in der Galaxis verbreitet wie kaum eine andere Spezies, denn sie waren psionisch völlig unbegabt. Folglich hatten sie auch nach dem Zusammenbruch große Vorteile: sie waren praktisch überall vertreten und litten weniger als andere an den Folgen des Kataklysmus. Daher sind sie heute in der Galaxis die unangefochten dominierende Spezies - obgleich es ihnen an Zusammenhalt fehlt, gerade WEIL sie so verbreitet sind. Eine Spezies von psionisch minderbegabten Sektoiden besitzt zB deutlich mehr gemeinsame Ziele und Interessen, es mangelt ihnen jedoch an Zahl.

Für die Beschreibung ist die Arbeit entsprechend der galaktischen Struktur gegliedert. Ich bearbeite die Völker nicht nach Spezies, das würde ohnehin nicht funktionieren, da die meisten Spezies keine exklusive Kultur besitzen sondern in vielen auftauchen. Ich arbeite mich durch die Quadranten.

Ein Quadrant definiert sich durch seine kohärente Zusammensetzung der Folgen des Zusammenbruchs. Am deutlichsten wird dies am Alter, zumindest wenn sich die Kellarite hier nicht nurt indirekt durch ihre Bonds eingesetzt haben, sondern hier selbst aktiv waren, in die Bedingungen zB der Physik eingegriffen haben oder extensive Aktivitäten ausübten. Je größer der Einfluß der Kellarite, desto drastischer die Folgen des Zusammenbruchs. Das ehemalige Zentrum der Kellarite selber ist unbekannt, ein von ihnen extrem stark bevölkerte und veränderter Sektor der Galaxis ist heute derjenige, in dem der Zusammenbruch am längsten her ist. Erstaunlicherweise ist ein anderer, sehr von ihnen frequentierter Quadrant ist aber auch der jüngste. Dort, wo sich alles am 'ruhigste' und 'normalsten' entwickelt hat, waren die Kellarite selbst am wenigsten vertreten.